Leierkasten-Kultur Berlin mit kleiner Schrift
© Leierkastenmann J. Frey, Berlin | 2002 -
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Leierkasten Presseberichte!


 

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Pressebericht »



Übersicht der Lieder vom Leierkastenmann Jörg Frey aus Berlin Das schreibt die Presse über die Leierkasten-Kultur in Berlin:


Am 20.12.2013 sendete Deutschlandradio Kultur in seinem Länderreport einen Beitrag von Ulrike Hempel zur Kiezkultur in Berlin. Unter dem Titel „Liebhaber der alten Leier“ führte sie Gespräche mit Berliner Drehorgelspielern, so auch mit Jörg Frey und mit Drehorgelbaumeister Axel Stüber:




Im Interview erzählt Jörg Frey: "Es gab ja mehrere Leierkastenzentren in Deutschland – eines war Berlin. Die große Zeit des Leierkastens war nach 1870. Es gab mehrere Werkstätten hier und die berühmteste war die von Bacigalupo in der Schönhauser Allee. Bacigalupo war ein italienischer Einwanderer und die haben dann über drei Generationen da gebaut. Das war eine Arbeit auf ganz hohem Niveau, handwerklich und natürlich auch musikalisch. Ohne Zweifel war Berlin eine Hochburg des Leierkastenbaus, die Kästen waren in ganz Europa berühmt. In Berlin tönte es damals an jeder Ecke. Das war schon um die Jahrhundertwende ein typisches Stück Berlin."

Orgelbaumeister Axel Stüber hat seine Manufaktur in Biesdorf. Seit über 35 Jahre ist er dabei. Anfangs wurden Kirchenorgeln repariert und restauriert. Heute werden in der Manufaktur bis zu 50 Drehorgeln gebaut, pro Jahr und vom Drei-Mann-Team. Wohin gehen die Stüber-Drehorgeln?
"Rund um die Erde. Als Ostdeutscher führt man besonders gern Statistik darüber und da bin ich jetzt beim 36. Land angekommen. Ende vergangenen Jahres kam Israel dazu, worauf ich besonders stolz bin. Ja und dann die Schweiz, die Staaten, Kanada, Mexiko und wo es auch immer hingehen soll, Australien. Sind alles keine riesen Stückzahlen, es sind immer Einzelinstrumente, die man im Laufe der Jahre exportiert hat.“

In Deutschland gibt es etwa 250 Orgelbaubetriebe. Fünf davon bauen Drehorgeln. Was ist das Besondere an den Stüber- Leierkästen?
"Wir haben uns der traditionellen Berliner Bauweise verschrieben und versuchen, den typischen Berliner Sound in unseren Instrumenten aufzunehmen. Na ja, Berlin ist eine laute Stadt und war schon immer eine laute Stadt und von daher musste die Berliner Drehorgel lauter sein als die, die in Süddeutschland hergestellt wurden."

Meister Axel Stüber wedelt mit einer Skizze. Die soll Aufbau und Funktion der Drehorgel erklären. Windkammer, Überblasventil, Stimmschieber, Steckzange – bei dem Technischen pfeifft der Laie fix auf dem letzten Loch.

Jörg Frey hätte in jungen Jahren gern ein Instrument erlernt, auch Notenlesen. Aber dafür hat´s nicht gereicht. Nun spielt der Kunsttherapeut eben Drehorgel. Angefangen hat es vor 10 Jahren, mit einer Leierkastenparade in Friedrichshagen am Müggelsee:
"Und das fand ich wirklich schräg. Diese alten Leierkästen aus der Jahrhundertwende laufen teilweise noch. Wenn Sie daneben stehen und die hören - das ist original! Das ist ja nicht mal eine Aufzeichnung, sondern so, wie diese Musik mal lief, so wie sie arrangiert war, so wie sie sich anhörte, so kann man sie noch einmal hören. Und das war schon sehr faszinierend - als ob man in eine andere Zeit rutscht."

Als Junge liebte Frey schwarz-weiß Filme. Vor allem wegen der Schlager. Von denen singt er heute einige in seinen Programmen. Auch Stücke aus der Mitte des 19. Jahrhunderts - oder sogar noch älter - hat Frey gesucht:
"Und wenn ich die wieder aufgreifen kann und kann die nochmal bringen, so alte Moritaten und Küchenlieder - das ist schon faszinierend, dass man so ein Kulturgut so originalgetreu wieder aufleben lassen kann. Allerdings ist es nur aktualisiert in diesem einen Moment. Es gibt keine CD´s von mir, keine Aufnahmen. Ich singe das, was da 1850 mal über die Bühne gegangen ist --- und dann ist es wieder weg. Das ist ein großer Gegensatz zu der Zeit, in der wir heute leben. Da hab´ ich Spaß dran."

"Leierkastenkultur - das ist nicht alles das gleiche. Ich unterscheide mich schon sehr von dem, was man normalerweise als Leierkastenmann kennt. Ehrlich gesagt - ich steh gar nicht so auf den Opa im roten Sakko, der an der Kurbel dreht. Es gab noch ein bisschen was anderes in Altberlin … Wenn ich mir so die Schlager der 20iger und 30er Jahre angucke, das ist eine Musik auf hohem Niveau, mit sehr intelligenten Texten, voller Witz und Ironie."





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