Jörg Frey hat viele Leidenschaften - eine Liebe gilt der Leierkastenmusik, die andere der gründerzeitlichen Bebauung des Prenzlauer Berg. Doch der Stadtteil rund um das Viertel, in dem einst Künstler ihren Ruhepol und ihr Rückzugsgebiet sahen, hat sich verändert.
Heute ziehen Touristenscharen durch die Straßen, die in klischeehafter Manier von Reiseunternehmen abgefertigt werden - Stadtführungen gibt es viele in Berlin.
Eine Stadtführung der besonderen Art hat sich jedoch der im Prenzlauer Berg aufgewachsene Künstler Jörg Frey ausgedacht.
"Mit dem Leierkastenmann über den Prenzlauer Berg" nennt Frey seine Führung. Durch die musikalische Untermalung mit dem Leierkasten ist sie auf ihre Art einzigartig in Berlin. Gerade der Prenzlauer Berg hat eine alte Leierkastentradition, denn die alte Orgelbaufirma Bacigalupo war in der Schönhauser Allee ansässig. Die Stadtführung erinnert so an eine Zeit, in der noch 3000 Leierkastenmänner täglich durch die Stadt fuhren, um die Menschen zu unterhalten. Jörg Frey ist einer der wenigen, die diese Tradition fortsetzten.
In seiner Stadtführung geht es vom Rosa-Luxemburg-Platz über die Schönhauser Allee zum Mühlenberg und von dort in Richtung Wasserturm. In der historischen Stadtführung wird die Stadtgeschichte vor allem anhand von Architektur-Zeugnissen verbildlicht. Wenn dann über die Anlage der Weinberge im 16. Jahrhundert erzählt wird und danach die passende Tanzmusik erklingt, wird man für einen kurzen Moment selbst Teil einer Geschichte.
|